Montag, 17. Dezember 2007

Impressionen...

... aus meinem verlängertem Wochenendtripp ins Wendland und Mc-Pomm Mitte Dezember:


Fachwerk-Kirche St. Mariä in Tripkau, c:marymi


Die Kirche in Tripkau hat schon was. In der Außenansicht herrscht Ordnung: Typisches Fachwerk in seiner klaren Baustruktur. Innen herrscht Chaos: Kreuze, mal "gerade", mal "quer" durchziehen die Wände, den Boden, die Decke!

Wenn man sich ein wenig umsieht, entdeckt man kleine einfache "Flyer", die auf den Stühlen, dem Alter, neben der Orgel liegen. Sie sind nummeriert und laden zum spielen ein!

Nummer eins lautet: "Was soll das denn? So viel Chaos in einer Kirche?" Liest man weiter, erfährt man, dass das Chaos nur scheinbar eines ist. "Suchen Sie erst mal danach, was hinter dem Chaos verborgen ist!" lautet die Aufforderung. Und die Einladung, auf die Empore zu gehen, dort findet sich ein zweiter Hinweis...



Innenraum der Kirche, c:marymi

"Das Grundmuster erkannt?" In den kurzen Texten finden sich verbindende Textpassagen zu Kommentaren aus der Bibel. Wer genau hinschaut, sieht, dass sich die Kreuze auch auf dem Boden befinden und ein Muster ergeben. Und dann gehts wieder runter, Richtung Orgel. Dort liegt ein weiterer Flyer, der darauf hinweist, das auch an der Decke die Kreuze zu finden sind. Und die Aufforderung an das Lesepult zu treten!

Das Lesepult vor dem Altar, das eigentlich für den Pastor und nicht den Kirchengänger bestimmt ist. Und so steht man einmal dort vorne und schaut "aus seinen Augen" in den Raum... und wird als nächstes gebeten, doch an den Altar zu treten, denn dort liegt ein letzter Hinweis. Ich war beeindruckt: "Kirche und Religion zum anfassen" sozusagen.

Ich habe diese Kunst-in-der-Kirche-Botschaft mit ihren Hinweistexten so verstanden: Vermeintliches Chaos enthält immer eine Struktur, auch wenn man sie nicht sofort erkennen kann. Die Kreuze am Boden stehen für den individuellen Menschen, auf der Erde. Jedes Kreuz auf dem Boden hat ein exakt positioniertes Gegenstück an der Decke: Dieses Kreu "oben" steht für die jeweils zugehörige Seele des Menschens.

Falls Ihr in der Gegend seid, schaut dort mal rein, es lohnt sich wirklich! Und trinkt zum Tagesabschluss einen Café im Vielanker Brauhaus im Dömitzer Hafen: Dort könnt Ihr ein wunderschönes Rundum Panorama genießen, zu dieser Zeit in Anwesenheit von tausenden (!) schnatternden Graugänsen, die auf ihrer Reise hier ein Päuschen machen...



Sonnenuntergangsstimmung in Dömitz, c:marymi

Ein paar mehr Bilder findet Ihr wie immer in meinem Webalbum: Wendlandausflug oder klickt einfach auf eines der Fotos oben :)

Bis bald,
Eure marymi :)

3 Kommentare:

J. L. T. hat gesagt…

Wow, schöne Kirche! Vielleicht schauen wir dort mal vorbei, bei unserer Wendlandsylvestertour! Ein guter Tipp!
Ich sag nur: alterSchwede :-)))
KussKuss

miss_z hat gesagt…

Klasse. In so einer Kirche wuerde sogar ich heiraten:-). Auf die Idee muss man erstmal kommen!
Mary, der "Wendlandausflug"- link funktioniert nicht. Schau noch mal rein.
Liebe Gruesse anastassja

chaoselfe hat gesagt…

das mit den kreuzen find ich extrem abgefahren! Schön dabei, dass es DIE KIRCHE schafft einen satz wie "Was soll das denn? So viel Chaos in einer Kirche?" auf einen Flyer zu schreiben. Das freut MICH natürlich im besonderen:-)